28.05.09: Meckenheimer wollen mehr Polizei

Sicherheit steht für Bürger im Mittelpunkt - Wache soll personell ausgebaut werden

 

Meckenheim. Laut Statistik haben es die Meckenheimer gut. Auf 100 000 Einwohner kommen, rein rechnerisch, 6 000 Straftaten im Jahr.

Im gesamten Zuständigkeitsgebiet des Bonner Polizeipräsidiums - der Stadt Bonn, dem linksrheinischen Kreis und den Städten Bad Honnef und Königswinter - sind es dagegen im Mittel 9 000 Straftaten, so CDU-Stadtverbandschef Eike Kraft.

Und was die städtischen Aktivitäten im Bemühen um Sicherheit angeht: Meckenheim habe "das Beste getan, was man tun konnte", lobte Bodo Löttgen, CDU-Landtagsabgeordneter und ehemals Beamter beim Bundeskriminalamt.

Dazu mochte die Stimmung unter den etwa 100 Besuchern am Dienstagabend in der Aula der Realschule nicht recht passen. Rundum sicher, das wurde bei der Podiumsdiskussion auf Einladung der CDU deutlich, fühlen sich viele doch nicht. Manche wünschen sich mehr Polizei in der Stadt. Die Frage, ob alles besser wäre, wenn Rhein-Sieg-Landrat Frithjof Kühn für die Polizei hier zuständig wäre, blieb allerdings hypothetisch.

Darum drehte sich aber der Meinungsaustausch mit den Gästen auf dem Podium: Neben Bodo Löttgen waren dies seine Fraktionskollegin Ilka von Boeselager, Frithjof Kühn und Bürgermeister Bert Spilles. Das Thema ist nicht neu und wird von den Christdemokraten in Meckenheim seit Jahren immer wieder angefacht.

"Wenn es nach der CDU ginge, wäre der Landrat längst zuständig", betonte Ilka von Boeselager. Warum Kühn nicht sein darf, was er gern sein will, erklärte sie so: "Innenminister Ingo Wolf lehnt das strikt ab." Die FDP, der der Minister angehört, wolle eigentlich die Landräte als Polizeibehörde abschaffen.

Den Zuhörern lag aber offensichtlich weniger an dieser Debatte. Sie nutzten die Gelegenheit, um ihrer Verunsicherung Luft zu machen. Kritik am städtischen Ordnungsaußendienst übte ein Anwohner der Straße Im Ruhrfeld: Als es Randale auf dem benachbarten Spielplatz gegeben habe, habe er unter der Rufnummer der Stadt nur den Anrufbeantworter erreicht und dann die Polizei angerufen.

Die habe schließlich einen Streifenwagen geschickt. Das empfinde er als "beunruhigend". Ein stärkeres Einwirken auf die Eltern von jugendlichen Straftätern forderte ein Bewohner der Neuen Mitte, der berichtete, sein Auto sei fünf Mal von Unbekannten beschädigt worden, in der Nachbarschaft habe es mehrere Einbrüche gegeben.

Besonders krass die Schilderung eines Merlers: Er habe mittags einen Einbruch beobachtet und die 110 gewählt, sei aber nicht durchgekommen, "da hat keiner abgenommen". In der Zwischenzeit sei der Einbrecher weg gewesen.

Ob das bei Kühn anders wäre? Der hielt sich zurück mit Kritik am Bonner Polizeipräsidenten, betonte gleichwohl, er würde die Wache in Meckenheim personell besser ausstatten. Sein Credo traf ganz den Nerv der Bürger: "Hauptsache genug Polizei."

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