Fachkräftemangel: Un- und angelernte Pflegekräfte finden zu wenig Beachtung

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Ilka von Boeselager kritisiert geplante einseitige Bevorzugung von jungen Auszubildenden

 

Bonn, 14. November: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist nur jeder zweite Kranken- und Altenpfleger (56,4 %, Stand März 2011) für seine Tätigkeit ausgebildet. Die übrigen Stellen werden von angelernten Kräften besetzt – zumeist von Frauen ohne Berufsausbildung oder von Hausfrauen, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. „Hier schlummert ein Potenzial, das angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in der Altenpflege von der rot-grünen Landesregierung besser gewürdigt werden könnte. Es reicht nicht, es nebulös als 'Zukunftsaufgabe' anzusehen, berufsbegleitende Ausbildungsgänge und entsprechende Entgeltmöglichkeiten künftig so zu gestalten, dass sich mehr Beschäftigte ohne qualifizierten Berufsabschluss auf die persönliche Herausforderung einer Weiterqualifizierung einlassen könnten“, kritisiert die CDU-Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager.

 

Aktuell geht die nordrhein-westfälische Landesregierung von einem Personalmangel in Höhe von 2.500 Altenpflegefachkräften aus. Dieser Arbeitskräftebedarf soll nach ihren Vorstellungen durch dauerhaft angehobene Ausbildungszahlen in den kommenden Jahren nach und nach abgetragen werden. Allerdings berücksichtigt der eingebrachte Gesetzentwurf zur Änderung des Landesaltenpflegegesetzes, der voraussichtlich am 7. oder 8. Dezember beraten wird, nicht die berufliche Situation der an- und ungelernten Altenpflegehilfskräfte sowie deren Weiterqualifizierungsmöglichkeiten. „Viele angelernte Pflegehilfskräfte sind auf Grund ihrer persönlichen Lebensumstände nicht in der Lage, nachträglich eine Ausbildung zu absolvieren, weil die Vergütung in dieser Zeit deutlich niedriger ist“, erklärte die CDU-Politikerin. „Selbst die Initiativen, die der frühere Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann während seiner Amtszeit auf den Weg gebracht hat, wie zum Beispiel das 'Modell einer gestuften und modularisierten Altenpflegequalifizierung' werden zwar von der aktuellen Landesregierung aktiv weiterverfolgt – deren Ergebnisse nicht aber im vorgelegten Gesetzesentwurf berücksichtigt“.

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