Rote Umweltplakette: Landtagsabgeordnete kristisieren Vorpreschen der Stadt Bonn

 

 

 

Düsseldorf, 27. Januar 2012: Als „unverhältnismäßiges Vorpreschen“ kritisieren die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Ilka von Boeselager und Andrea Milz die Pläne der Stadt Bonn, ab Juni 2012 Fahrzeugen mit einer roten Plakette den Zugang zur Umweltzone zu verbieten. Damit werde nicht nur den Bonner Handwerkern, sondern auch den Kleinunternehmen, die aus dem Rhein-Sieg-Kreis kommen, eine unnötige finanzielle Bürde aufgelastet. „Da es weder in Köln noch im Ruhrgebiet solche Pläne für das laufende Jahr gibt, ist die Bonner Entscheidung in jeglicher Weise unverständlich“, so die beiden Landespolitikerinnen.

 

Aktuell trägt laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes rund jeder fünfte Werkstattwagen aus dem Bonner Umland eine rote Umweltplakette. Eine Studie der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz aus dem Jahre 2010 hat jedoch belegt, dass das Abgasverhalten der Dieselfahrzeuge mit einer roten Plakette (Euro-Abgasstufe 1) im dichten Straßenverkehr nicht schlechter ist als das von Autos mit der gelben oder grünen Plakette (Euro-Abgasstufe 3 bzw. 4). Erst ab der Euro-Abgasstufe 6 sinken die Stickstoffdioxid-Emissionen deutlich. „Nicht vor dem Jahre 2014 wird es leichte Nutzfahrzeuge mit dieser Abgasstufe geben. Daher kann unserer Ansicht nach auch nicht von den Unternehmen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis erwartet werden, dass sie jetzt in neue Werkstattwagen investieren. Oft müssen diese mit einer teuren Innen-Sonderausstattung versehen werden. Außerdem werden solche Investitionen in der Regel auf eine Laufzeit von 10 bis 15 Jahren ausgerichtet, da die Jahreslaufleistung der Fahrzeuge gering ist“, erklärte Ilka von Boeselager.

 

Zudem haben sowohl der ADAC als auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW belegt, dass die Einführung der Umweltzone in Bonn keine wesentlichen Verbesserungen bei der Stickstoffdioxid-Konzentration erbracht habe. Vielmehr belasteten die vielen Staus auf dem Autobahnring die Luftqualität in der Innenstadt ebenso wie der „Stopp und Go-Verkehr“ durch die unkoordinierten Ampelschaltungen. „Gäbe es in Bonn die sogenannte ´Grüne Welle´, wäre der Schadstoffausstoß nachweislich um 40 bis 60 Prozent geringer“, konstatiert Andrea Milz.

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