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Macht der Geschichte, die Wende, der "Engel von Budapest" - Ilka von Boeselager bei der Deutsch-Ungarischen-Gesellschaft

Zu den geschichtlichen Deutungen von Wende und deutsch-deutscher Wiedervereinigung gehört, dass die“ Berliner Mauer“ nicht nur in Berlin selbst, sondern auch in Warschau gefallen ist – und in Budapest.

 

 

Am 18. April 2024 gab Ilka von Boeselager auf Einladung der Deutsch-Ungarischen-Gesellschaft Rhein-Ruhr e. V. einen Überblick über die besonderen Beziehungen, die das Land Nordrhein-Westfalen mit Ungarn verbindet. Die langjährige Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion für Europa und für die internationale Zusammenarbeit ordnete die heutige Regierungspolitik unter Ministerpräsident Viktor Orbán in geschichtliche Bezüge ein: mit den Gebietsverlusten Ungarns infolge des ersten Weltkrieges, mit der Situation großer Teile der Bevölkerung in der Minderheit, mit dem „Ungarn-Aufstand“ im Oktober 1956, der zu einem wichtigen Wendepunkt in der Geschichte des Ostblocks wird.

 

Foto Deutsch Ungarische Gesellschaft April 2024

 

Im Rahmen der Tagung, zu der die Deutsch-Ungarischen-Gesellschaft – mit dem Präsidenten Dr. Alfred Graf Apponyi, mit dem früheren Landtagsabgeordneten Horst Westkämper als Vize-Präsidenten – nach Düsseldorf-Kaiserswerth eingeladen hatte, ließ Ilka von Boeselager den kritischen Sommer 1989 in lebendigen Bildern bewusstwerden: als zunächst rund 50.000 Bürgerinnen und Bürger der DDR über Ungarn und Österreich in den Westen fliehen.

 

Innenansichten konnte Ilka von Boeselager aus der landespolitischen Perspektive vermitteln. Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens war in dieser „Wendezeit“ Johannes Rau von der SPD, der nachmalige Bundespräsident.

 

Vor allen Dingen aber mit biografischen Hinweisen zu Csilla von Boeselager, die seinerzeit als „Engel von Budapest“ bekannt wurde, vermochte es Ilka von Boeselager, Eindrücke des damaligen Geschehens mit größter Bilderkraft wiederzugeben. Csilla von Boeselager hatte im Sommer 1989 für die Unterbringung und den Schutz der Herbeiflüchtenden gesorgt, Hilfstransporte in ungekannten Maßstab organisiert, den Malteser-Caritas-Dienst zu größter Funktionalität entwickelt – und in Ungarn selbst etabliert.

 

In Budapest organisierte Csilla von Boeselager gleichsam eine Stadt in der Stadt, die sie gegen das Nachsetzen des real-existierenden Sozialismus, gegen den Erhaltungstrieb namentlich aus der DDR, zu verteidigen weiß. Von Hans-Dietrich Genscher, dem damaligen Außenminister der Bundesrepublik, ist das Staunen darüber überliefert, wie sie das alles zuwege gebracht hat.“

 

Im Jahr 1973 hatte die am 17. Mai 1941 in Budapest geborene Csilla Dr. Wolfhard von Boeselager geheiratet, den sie in New York kennengelernt hatte. Die Urgroßväter von Dr. Wolfhard von Boeselager und Antonius von Boeselager, dem Mann Ilka von Boeselagers, waren Brüder. Im Februar 1994 verstarb Csilla von Boeselager nach langer Erkrankung.

 

 

Die im Jahr 1991 gegründete „Boeselager-Stiftung Osteuropahilfe“ – heute die „Csilla von Boeselager Stiftung“ mit Sitz in Arnsberg, setzt die Hilfe für Mitmenschen, die in Osteuropa in Not sind, in unserer Zeit fort: mit konzentrierten Projekten und verschiedenen Einsatzorten, nicht zuletzt in der Ukraine.

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